10. Dezember 2013 bis 19. Januar 2014

Andreas Reiner: Rola El-Halabi

Eine Sonderstellung in Andreas Reiners Arbeit nimmt die Begleitung der Boxerin Rola El-Halabi ein.
Ihr verdankt er sein erstes Pressefoto, wurde eine Zeit lang ihr Exklusivfotograf. Unmittelbar vor einem Titelkampf im April 2011 wurde Rola El-Halabi von ihrem Stiefvater, von dem sie sich zuvor als Manager getrennt hatte, in der Kabine niedergeschossen. Das Attentat erschütterte das System ihres Teams so stark, dass viele berufliche Beziehungen zerbrachen. Andreas Reiner blieb an ihrer Seite. Als einziger Fotograf durfte er 2013 ihr Comeback begleiten.

Andreas Reiner, Jahrgang 1968, fand erst 2007 zur Fotografie. Seine Arbeit dreht sich intensiv um Menschen, oft am Rande der Gesellschaft. Seine Bandbreite ließ die erste große Ausstellung im Sommer 2013 in der Städtischen Galerie Fähre in Bad Saulgau erahnen.

„Seine Aufnahmen von Rola El-Halabi sind eindrucksvolle Zeugnisse eines doppelten Kampfes: eines inneren Kampfes der ehemaligen Box-Weltmeisterin in der Kabine mit ihren Ängsten, Zweifeln, Hoffnungen (…). Und eines äußeren Kampfes im Ring, in den sie alle Kraft und alle Energie setzt…“, schrieb Andreas Ruess, Leiter der Bad Saulgauer Fähre, über die „Seelenverwandten“ Reiner und El-Halabi.

Andreas Reiner und Rola El-Halabi im Gespräch

Freitag, 13. Dezember 2013, 19.00 Uhr

Rola El-Halabi wuchs zwischen den Extremen des streng behüteten Lebens einer muslimischen Tochter und zur Schau getragenen sexistischen Imponiergehabes auf. Das Rotlichtmilieu schart sich um die Boxringe, und Prominente aus Film und Medien finden es schick. Wie geht eine Boxerin damit um? Rola El-Halabi bestimmt ihre Regeln inzwischen selbst. Andreas Reiner ist unauffällig dabei und schaut sich das Spiel hinter dem Spiel an.
Moderation: Karla Nieraad


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