2. bis 21. Juni 2017 - Ausstellung im Stadthaus-Saal

Mannheim - Izieu - Auschwitz

Die Geschichte von vier jüdischen Kindern

Gründonnerstag 1944. Bei einer Razzia werden 44 jüdische Kinder von Klaus Barbie, Gestapo-Chef von Lyon, verhaftet. Sie waren im Kinderheim "Maison d'Izieu", nur etwa 50 Kilometer von Lyon entfernt, untergebracht. Darunter waren auch Sami Adelsheimer, Max Leiner, Otto Wertheimer und Fritz Löbmann, vier Mannheimer Kinder, die im Oktober 1940 - damals 2, 4, 8 und 11 Jahre alt - mit über 6000 badischen Juden in ein Sammellager nach Gurs in Südfrankreich am Rand der Pyrenäen verschleppt worden waren.

Das französische Kinderhilfswerk „Oeuvre de Secours aux Enfants“ hatte die vier Mannheimer Kinder zunächst retten und in dem Kinderheim bei Izieu verstecken können - bis sie an jenem verhängnisvollen 6. April 1944 entdeckt und nach Auschwitz deportiert wurden. Dort kamen sie am 15. April an und wurden noch am selben Tag ermordet.

Schülerinnen und Schüler aus Mannheim und Lyon begaben sich auf eine französisch-deutsche Spurensuche, initiiert von der Gedenkstätte "Maison d'Izieu - Memorial des Entfants Juif Exterminés" und dem Mannheimer Stadtarchiv. Entstanden ist eine Ausstellung, die auf 21 Tafeln die Stationen der vier jüdischen Kinder auf ihrem Weg von Mannheim nach Auschwitz nachzeichnen. Informationen zu ihrem Leben in Mannheim, den Bedingungen im Sammellager Gurs und dem Aufenthalt im Kinderheim „Maison d’Izieu“ ergänzen die Ausstellung.

Zweisprachige, deutsch-französische Ausstellung von der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg.


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