Die Spitze von Süd-West. Foto: Sabine Presuhn

seit 29. Juni 2014

Aus Sehnsucht wird Weitblick

Die Jubeljahre des Ulmer Münsters, 1877 - 2015

Ulm ist stolz auf sein Münster. Besonders, weil es seit der Fertigstellung im Jahre 1890 mit 161,53 Metern den höchsten Kirchturm der Welt besitzt. Dieses Ereignis jährt sich 2015 zum 125. Mal: Anlass für die Stadt Ulm, das gewaltige Bauwerk mit einer groß angelegten Kunstaktion in den Fokus zu rücken.
Seit Mitte 2014 schon gab es eine Rückschau im Stadthaus-Untergeschoss darauf, wie das Münster bisher gefeiert wurde: vom allerersten Münsterfest des Jahres 1877 über die darauffolgenden in den Jahren 1890, 1927, 1940, 1977 bis zum !noch! letzten 1990. Die Aktionen zum Fest 2015 werden nach einer kurzen Umbauphase ab 25. Januar 2015 an gleicher Stelle dokumentiert.

Das Münster 1887. Foto: privat
www.ulm.d125.de

Die "historische" Ausstellung lotete die produktiven Auseinandersetzungen aus, die jedem der Feste zugrunde lagen, und fragte nach dem bleibenden Wert der damit einhergehenden Ergebnisse und Erkenntnisse.
"Jubiläumsfeiern, die nun – in welcher Form auch immer – ein wichtiger Bestandteil unseres kulturellen Lebens sind, führen in der Regel auch zu gründlichen Auseinandersetzungen mit dem jeweils gegebenen Anlaß, deren Ergebnisse von bleibendem Wert sein können." [Elmar Schmitt, Münsterbibliographie, 1990].
Die Präsentation der bisherigen Münsterfeste macht nun dem aktuellen Jubiläum Platz, wobei jedes der historischen Feste auch in der Ausstellung 2015 präsent ist.

Seit Anfang 2015 ist das ganze Spektrum der Entwicklung, der Ereignisse und der Mitspielenden des Festjahres 2015 zu erleben. Als Höhepunkt steht der internationale Kunstwettbewerb im Mittelpunkt der Präsentation. Zunächst werden die uns erwartenden Beiträge vorgestellt: die Turm-Lichtinstallation von Rafael Lozano-Hemmer, Joachim Fleischers Münsterscanning, Susanne Heinrichs "Poetry and Party" und das Projekt "Ich, Ulm" von Doris Graf, aber auch das nun abgesagte Ulmer Oratorium von Marios Joannou Elias.

Diese treten ins Gespräch mit den Beiträgen zum Kunstwettbewerb, die nicht realisiert werden. Es entstehen Dialoge um die Architektur des Münsterturms mit Max Hattler und Urban Screen oder über die Zeit und den Raum des Münsters mit Christian Moeller und Paul DeMarinis. Während die Konzepte von Alfredo Jaar, Erwin Wurm und Tim Otto Roth mit Perspektiven spielen, setzten sich Rebecca Horn und Michael Bielicky wiederum mit der Transzendenz auseinander. Um die Frage nach der Identität des Münsters, historisch, gegenwärtig und künftig, kreisen die provokativen Vorschläge von Olaf Metzel und HA Schult. Der Facettenreichtum des Kunstwettbewerbs wird greifbar.

Die Ausstellung wurde in den vergangenen Monaten durch m.o.l.i.t.o.r. aus Berlin unter der Kuration von Dr. Catherine Nichols konzipiert und umgesetzt.

Offizieller Abschluss des Jubiläumsjahrs

Freitag, 11. Dezember 2015

ab 10 Uhr: Exponate zum Jubiläumsjahr im Saalfoyer (Ebene 1)
ab 20 Uhr: Bilderschau im Saal
20.30 Uhr: Oberbürgermeister Ivo Gönner und Kurator Prof. J.-B. Joly (Schloss Solitude, Stuttgart) blicken auf die Ereignisse des Jahres zurück
ab 21 Uhr: Warm up mit DJ Serdar
22 Uhr: Poetry & Party #4: VISION.
Eine Electro Poetry Performance von Susanne Heinrich mit ihrem Hausmusiker Kklaus Sebastian Klose und einem/r Gastautor/in.
Abschluss mit Ulmer DJs
Eintritt: 6 €

Website zum Münsterturmjubiläum: www.ulm125.de.

Der Eintritt in die Ausstellung(en) ist frei


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