Hauptportal des Münsters. Foto: Felix Alexander Oppenheim | Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

25. März bis 5. Juni 2016

Fundstücke

13 Ulm-Fotografien des Felix Alexander Oppenheim aus dem Jahr 1856

Zu den frühesten bekannten Fotografien aus Ulm gehören 13 Aufnahmen, die der Reisefotograf Felix Alexander Oppenheim (1819 - 1898) im Jahre 1855 anfertigte. Es sind die typischen Touristensujets, wie sie auch heute immer wieder fotografiert werden: Das Rathaus, der Marktplatz mit dem Fischkastenbrunnen und das Münster.

Marktplatz mit Rathaus und Hauptwache. Foto: Felix Alexander Oppenheim | Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

Manches wirkt so vertraut, als seien nicht inzwischen mehr als 150 Jahre vergangen. Und doch verströmen die Fotografien den Geist des 19. Jahrhunderts: Der Münsterplatz ist noch dicht bebaut, das Münster schon damals mit einem Gerüst versehen. Das Münsterinnere erscheint deutlich schlichter als heute, alle Wände sind grau getüncht, die Figuren an den Pfeilern fehlen, ebenso das Kruzifix, das heute vor dem Altarraum hängt. Das Rathaus wirkt auf Oppenheims Aufnahmen sehr sanierungsbedürftig. Auf einem der Bilder ist neben dem Rathaus die Hauptwache mit einer Reihe an eine Berüstung gelehnter Bajonette zu sehen, auf einem anderen geht der Blick über den Marktplatz mit dem Fischkasten auf den Doppelgiebel des im Krieg zerstörten Hauses der Ulmer Museumsgesellschaft mit den Oberen Stuben.

Rathausfenster. Foto: Felix Alexander Oppenheim | Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

Wie heutige Fotografen hatte auch Felix Alexander Oppenheim mit Belichtungsproblemen zu kämpfen. Seine Aufnahme von den Südfenstern des Rathauses und die wohl mit einem Blitzgerät gemachte Aufnahme des Taufbeckens im Münsterinnern erscheinen deutlich überbelichtet.

Marktplatz gen Norden. Foto: Felix Alexander Oppenheim | Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

Felix Alexander Oppenheim entstammte der einflussreichen Bankiersfamilie Oppenheim. Er studierte zunächst Jura in Berlin. Seine gutbürgerliche Karriere als Jurist wurde jäh beendet, als er im Scheidungsprozess der Gräfin Sophie von Hatzfeldt als ihr Rechtsbeistand 1846 in den so genannten "Kölner Kassettendiebstahl" involviert war. Um 1852 begann Oppenheim in Paris eine Ausbildung zum Fotografen bei Gústave le Gray. Er arbeitete intensiv an der Verbesserung von fotografischen Verfahren, z.B. der Verwendung von Wachspapier statt Metallplatten als Schichtträger, nahm an zahlreichen großen Fotografie- und Gewerbeausstellungen in Europa teil und gewann einige Medaillen und Preise. Oppenheim verstand sich selbst in seinen fotografisch produktivsten Jahren nicht als Berufsfotograf.

Portal des Münsters. Foto: Felix Alexander Oppenheim | Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin
Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

Die weitaus umfangreichsten Konvolute seines überlieferten Werks liegen in mehreren Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin. Sie wurde bislang nur fragmentarisch veröffentlicht. Die 13 Aufnahmen aus Ulm werden nun erstmalig in einer Kabinett-Ausstellung gezeigt.

Eröffnung: Donnerstag, 24. März 2016, 19 - 21 Uhr
Projektleitung: Dr. Raimund Kast

"Ich habe mich entschlossen, jetzt hervorzutreten"

Über Gräfin Hatzfeldt (1805 - 1881)

Mittwoch, 11. Mai 2016, 19 Uhr
Vortrag von Karla Nieraad.
Eine Kooperation mit der Frauenakademie der vh ulm.

Eine Kooperation mit der
Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

Die Ausstellung wird unterstützt durch
die Ulmer Heimstätte, die Brauerei Gold Ochsen und Foto Frenzel


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