Gustav Mesmer

outsider art

Große Beachtung fand im Stadthaus Ulm 1996 eine Ausstellung von Kunst von Geistigbehinderten aus der Kreativen Werkstatt der Diakonie Stetten.

Gustav Mesmer

2005 folgte die bisher umfangreichste Werkschau von Gustav Mesmer (1903 bis 1994), der über vierzig Jahre lang in psychiatrischen Anstalten eingesperrt war, was er dank seiner Fantasie und des unbedingten Willens, Fluggeräte zu erfinden, mit denen es sich von Dorf zu Dorf, knapp über die Kronen der Apfelbäume hinwegschweben ließe, überlebte.

2008 zeigt das Stadthaus die erste Einzelausstellung des im Samariterstift in Grafeneck lebenden, herausragenden Künstlers Normann Seibold (*1964).

Der Begriff Outsider Art betont Kunstwerke als anders.
"Aber anders als was? Wer stellt die Kategorien auf?
Outsider Art führt ein Höchstmaß an Identität von Kunst und Leben vor. Sie veranschaulicht die privaten Mythologien der Künstler, ihre Visionen und Obsessionen. Dabei ist für die Qualität der Werke der Geisteszustand ihrer Schöpfer unerheblich. Die Qualität dieser Werke lässt sich gut mit ebensolchen Maßstäben messen wie die ‚Insiderkunst’. Im Unterschied dazu schöpfen die Outsider jedoch aus ihrem tiefsten Inneren und sind durch Stilrichtungen und künstlerische Trends nicht beeinflussbar. Die Arbeiten sind meistens nicht einmal für den Markt gedacht. Die Outsider Art führt uns ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit vor, sie ist oft stark emotional besetzt und gestattet intime Einblicke in die Persönlichkeit ihrer Schöpfer. Jedes einzelne Werk ist Ausdruck eines individuellen Weltbildes.“
Claudia Dichter in: Outsider Art. Collection Charlotte Zander. Bönnigheim 1999, Zitat gekürzt



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