John Cage 1987 in Weingarten. Foto: Rupert Leser

26. bis 29. April 2012

John Cage 100

„Kunst ist eine Art Labor, in dem man das Leben ausprobiert“ (John Cage)

Das Stadthaus widmet gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern - dem Kulturhaus Schloss Großlaupheim, dem Theater Ulm und der Kammerakademie Neuss am Rhein - dem Komponisten, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, ein musikalisches Fest.

Gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung.

Notation als der "Aria" (1958)
Gefördert durch die Baden-Württemberg-Stiftung

„Stille“. „Ambient Music“. „Happening“. Wenn es um das Werk des amerikanischen Künstlers und Philosophen John Cage geht, sind diese Begriffe essentiell. Seine Wirkung auf die Kunst- und vor allem die Musikwelt gilt als geradezu revolutionär. Cage brachte zur Mitte des 20. Jahrhunderts zuerst „Schlagzeugorchester“, angereichert mit vielfältigen Gebrauchsgegenständen, auf die Bühne. Daraus entwickelte er das Präparierte Klavier und erklärte schließlich die gesamte hörbare Wirklichkeit, also auch die Stille, zu Musik.

Präparationsanleitung aus Concert for Piano and Orchestra (1957/58)
Mit Unterstützung der Sparkassenstiftung Biberach

Im Stadthaus wird ein musikalisches Fest inszeniert, das unterschiedliche Facetten der Person John Cage und seines Werks beleuchtet, eingebettet in und umgeben von Werken weiterer Künstler und Denker, die seine Ästhetik oder sein gedankliches Umfeld aufnahmen oder beeinflussten.

Die ersten beiden Konzerte - am 26. April im Kulturhaus Schloss Großlaupheim, am 27. April im Stadthaus - stehen im Zeichen des Präparierten Klaviers. Das Stadthaus hat bei dem Berliner Komponisten Ali N. Askin ein Werk in Auftrag gegeben, das die Cage'sche Präparation übernimmt und in eine aktuelle Klangfarbe transferiert. Entstanden ist das rund 35-minütige What Can We Say But Yes, eine Art konzertantes Stück für präpariertes Klavier, 17 Streicher und 3 Schlagzeuger, das in Laupheim zur Uraufführung kommt. Am Tag darauf wird es in Ulm direkt den „Sonatas and Interludes“ gegenübergestellt, Cages „Opus Magnum“ für Präpariertes Klavier solo.

Franka Herwig, Akkordeon. Foto: privat
Freunde der neuen Musik im Stadthaus Ulm e.V.

Mit „Europera 4“ steht am 28. April ein spätes experimentelles Musiktheaterprojekt Cages auf dem Programm. Die Preview der Produktion des Theaters Ulm - ab Mitte Juni dort im Großen Haus zu sehen - wird umrahmt von einer Simultanaufführung von Cages "Timelength- Peaces" und Musik von Eric Satie.

Abschluss wird ein Konzerthappening am 29. April im Stadthaus sein, bei dem räumlich und zeitlich übergreifend unterschiedlichste Werke aus Cages verschiedenen Schaffensperioden aufgeführt werden.

Yuko Kaseki, Tänzerin. Foto: privat
Kulturbuchhandlung Jastram, Ulm

Mit dem Ensemble European Music Project, der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, dem Theater Ulm, Antonis Anissegos (Klavier), Maria Rosendorfsky (Gesang), Jan Uplegger (Sprecher), miu (Kalligraphie u. Performance), Yuko Kaseki (Tanz), Ali N. Askin (Komposition), Chatschatur Kanajan (Dirigent)
Projektleitung: Jürgen Grözinger

Aus der "Aria" (1958)
Medienpartner: Neue Zeitschrift für Musik

Programm

Donnerstag, 26. April, 20 Uhr, Kulturhaus Schloss Großlaupheim

What about the noise of ...?

John Cage But what about the noise of crumpling paper (1986)
A Flower, für Stimme und geschlossenes Klavier (1950)
A Room, Version für Viola (1943)
Aria, für Stimme solo (1985), & Solo für Cello (1957/58) aus "Concert for Piano and Orchestra"
Credo in US, für Percussionquartett mit Schallplattenspieler (1942)
Second Construction, für Percussion-Quartett (1940)

Podiumsgespräch mit dem Komponisten Ali N. Askin

Ali N. Askin What Can We Say But Yes, für Präpariertes Klavier, Streicher und Schlagzeug (Auftragswerk des Stadthauses 2012, UA)

Salon Cage Jürgen Grözinger aka Gagarino - DJ-Set

Freitag, 27. April, 20 Uhr, Stadthaus Ulm

What about the noise of ...?

A room for John Cage Klangassemblage von Jürgen Grözinger im Foyer und im Saal

John Cage But what about the noise of crumpling paper (1986)
Sonatas and Interludes (1946-48)

Gespräch mit dem Komponisten Ali N. Askin

John Cage String Quartet in Four Parts (1950)
Ali N. Askin What Can We Say But Yes, für Präpariertes Klavier, Streicher und Schlagzeug (Auftragswerk des Stadthauses 2012)

John Cage. Foto: Steven Spelotis. © C. F. Peters Ltd. & Co. KG

28. April 2012, 20 Uhr, Stadthaus Ulm

Inszenierung des Zufalls

A room for John Cage Klangassemblage von Jürgen Grözinger im Foyer und im Saal

John Cage Timelength-Pieces / Simultanaufführung
34´46.776´´ for a pianist (1954)
26´1.1499´´ for a string player (1955)
27´10.554´´ for a percussionist (1956)
45´ for a speaker (1954)

Podiumsgespräch mit Matthias Kaiser (Theater Ulm, Operndirektor, Regisseur der Europera) zu Cages Oper "Europera 4" und Einführung in die Werke des Abends

John Cage Europera 4 (1990)
Preview der Oper von John Cage - Inszenierung des Theaters Ulm

Salon Cage

Antonis Anissegos / Jürgen Grözinger / Yuko Kaseki / miu (Un-)Prepared (2012)
Erik Satie Le Piège de Méduse, Version für Cello, Akkordeon und Perkussion
Sports et Divertissements, Version für Akkordeon
Texte von John Cage, Erik Satie und Henry David Thoreau

In Kooperation mit dem Kulturhaus Schloss Großlaupheim

Sonntag, 29. April, ab 18 Uhr

Anarchic Harmonies

A room for John Cage Klangassemblage von Jürgen Grözinger im Foyer und im Saal

Umrahmend
John Cage 4´33´´, No 2 / 0´00´´ (1962) für Yoko Ono und John Lennon

18.00 Uhr Early Works

John Cage Second Construction, für Percussion-Quartett (1940)
Six Melodies, Version für Violine und Akkordeon (1950)
A Flower, für Stimme und geschlossenes Klavier (1950)
The Wonderful Widow of 18 Springs, für Stimme und geschlossenes Klavier (1942)
Nowth upon Nacht, für Stimme und Klavier (1985)
A Room, Version für Cello (1943)
Living Room Music, für Perkussion- und Sprecherquartett (1940)

In Kooperation mit dem Theater Ulm

19.00 Uhr Klavierkonzert

Heinz-Klaus Metzger zu Variations I von John Cage Ein Film von Günther Hörmann und Roland Barth

John Cage Concert for Piano and Orchestra (1957/58) & Aria (1958)
In A Landscape, Version für Akkordeon (1948)

20.00 Uhr Different Harmonies
John Cage Branches, für Schlagzeug aus Pflanzenmaterial (1975)
Thirteen Harmonies, Version für ein Cello und Akkordeon (1986) (Ausschnitte)
Eight Whiskus, Versionen für Violine und Stimme (1985)
Credo In US, für Percussionquartett mit Schallplattenspieler (1942)

21.30 Uhr Epilog
John Cage Four6, für beliebige Klangerzeuger(1992)

In Kooperation mit der Kammerakademie Neuss am Rhein

Programmänderungen vorbehalten!


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