Conchita Wurst. Foto: © Reiner Riedler

20. März bis 5. Juni 2016

CROSS DRESSING

Was passiert, wenn ein Mann sich Frauenkleider anzieht, und was geschieht, wenn sich eine Frau wie ein Mann kleidet?
Cross Dressing, das Tragen der spezifischen Kleidung des jeweils anderen Geschlechts, ist ein uraltes gesellschaftliches Phänomen und je nach Epoche und Kultur mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen und Ritualen verknüpft.

Janis & Ken. Foto: © Hana Pesut

Heute ist eine in Männerkleidung gewandete Frau in unserer Gesellschaft Normalität, schwerer haben es an gleicher Stelle Männer in Frauenkleidung. Cross Dressing kann Verkleidung sein - auch in Theater und Film -, genauso aber auch Ausdruck von Geschlechtsidentität. Es kann Ausdruck sein von politischen Statements, genauso aber auch ein Mittel der Deckung, um widrigen Umständen entkommen zu können. Und auch als kulturelle oder rituelle Handlung gibt es das Cross Dressing.

Auch in traditionellen Gesellschaften kann eine Frau in Männerkleidern ein Männerleben führen, wenn sie sich an für sie vorgesehene Regeln wie Keuschheit hält. Albanien sei als Beispiel genannt. Ähnliches gilt umgekehrt auch für thailändische Männer.

In der Schwulen- und Lesbenbewegung seit den 1960er Jahren bekam das Cross Dressing eine gesellschaftspolitische Bedeutung: Drag-Kings und Drag-Queens sprengten die Rollenklischees und gesellschaftliche Normen, von denen sich die Queer-Bewegung diskriminiert fühlte.

Janis & Ken. Foto: © Hana Pesut

Heute – in Zeiten von Conchita Wurst und ihrer medialen Inszenierung – wird der Umgang mit den Geschlechterrollen vor allem auf einer öffentlichen Medienbühne und oft als Selbstinszenierung ausgetragen: im Internet, in den Sozialen Netzwerken, in Blogs, im Fernsehen.

Diese Ausstellung zeigt Bilder von möglichen Verwandlungen, wie sie zeitgenössische Fotografinnen und Fotografen dokumentieren, reflektieren und inszenieren. Dem Betrachter werden Rollenklischees vorgeführt, vor denen er sich selbst fragen muss, was männlich oder weiblich ist oder ob es etwas "dazwischen" gibt. Das Thema irritiert nach wie vor, es fasziniert, und zuweilen provoziert es auch.

Fotograf*innen
Annette Frick (*1957 | Berlin) Fuck Gender
Pepa Hristova (*1977 | Bulgarien) Sworn Virgins
Klaus G. Kohn (*1957 | Braunschweig) Mittendrin / right in the middle
Hana Pesut (*1983 | Kanada) Switcheroo
Reiner Riedler (*1968, Wien) Conchita Wurst
Ingo Taubhorn (*1957 | Dortmund) Die Kleider meiner Mutter / the clothing of my mother
Jon Uriarte (*1982 | Spanien) The Men Under the Influence…
Iris Segundo (*1986 | Madrid)
sowie
Anonyme Fotografien vom Anfang des 20. Jhs. / anonym photographies from early 20th century

Eröffnung: Sonntag, 20. März 2016, 11 bis 13 Uhr
Projektleitung: Wiebke Ratzeburg

Drag-King-Schnupperworkshop

Begleitveranstaltung - neue im Programm! Exklusiv für Frauen

Freitag, 20. Mai 2016 - 18 bis 22 Uhr

Wer wollte schon immer mal ein Cowboy sein? Oder eher ein Hiphopper? Ein Handwerker vielleicht, oder was Uniformiertes?
Ein Sportler, ein Dandy, ein Boygroupstar, der eigene Großvater, ein schwuler Kneipier, ein 70er Glamrockstar oder eher der nette Junge von Nebenan?
Ganz egal, wie das männliche Alter Ego aussieht – im Workshop von und mit Tania Witte soll ihm Leben eingehaucht werden.
Genau wie jede Geschlechtsinzenierung ist auch Männlichkeit nichts anderes als eine Anhäufung von Attributen. In dieser kleinen, praxisorientierten Einführung ins Drag Kinging werden den Jungs und Männern ihre Attribute weggenommen und damit gespielt.
Es wird abgebunden, angeklebt und ausgestopft und – hoffentlich und vor allem – viel Spaß dabei gehabt, denn Männlichkeit ist, was frau/man draus macht!
Der Workshop richtet sich auch und besonders an Menschen, die bisher noch keine Erfahrung mit Drag Kinging haben.

Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt. Anmeldungen unter Tel. 0731 161 7700 oder per Mail an stadthaus@ulm.de. Teilnahmegebühr: 20 € pro Person.

Bitte zum Workshop mitbringen:
Wer vorher noch zum Friseur geht: gerne Haare sammlen und mitbringen. Eigenhaar funktioniert und harmoniert am besten.
Ansonsten wird Kunsthaar verwendet, auch kein Problem.
Einen engen (Sport)BH, besser noch: eine breite Stretchbinde (in der Apotheke gibt es Binden für den Oberschenkel, die sind toll, aber auch nicht ganz günstig), einen Neoprengurt oder etwas Vergleichbares zum Brust-Abbinden.
Klamotten natürlich - vor allem Schuhe sind wichtig, aber auch Accessoires - Brillen, Krawatten, Schmuck, Taschenuhr … und gerade bei langem Haar: Caps, Hüte, Tücher.
Ein paar Extrasocken und eine enge, aber nicht zu knappe Unterhose.
Eine Nagel/Haarschere und, falls vorhanden, einen Hand- oder Taschenspiegel.
Ein Handtuch oder so zum Gesichtwaschen und zum Bart runterkriegen (falls gewünscht).
Alles, was frau selbst wichtig ist ...

Sworn Virgins

Montag, 4. April 2016, 19 Uhr

Die Fotografin Pepa Hristova spricht über ihr Fotoprojekt und stellt die Geschichte ausgewählter Mann-Frauen vor. 4 €

Führungen durch die Ausstellung mit Projektleiterin Wiebke Ratzeburg
Montag, 4. April 2016, 18.00 Uhr
Montag, 18. April 2016, 17.30 Uhr
3,50 € pro Person, Kinder 1,50 € (Jedes weitere Kind einer Familie 0,50 €).
Kombi-Ticket Führung + Vortrag am 4. April: 6 €
Anmeldungen unter Tel.. 0731 161 7700 oder stadthaus@ulm.de

CROSS DRESSING

20 March until 5 June 2016

What happens when a man dresses as a woman and what happens when a woman dresses as a man? Cross Dressing, wearing clothing attributed to the opposite gender, is an ancient social phenomenon which is associated with varying meanings and rituals in different cultures and eras. Cross Dressing can be a costume – including in theatre and film – but it can also be an expression of gender identity. It can be a political statement as well as a disguise to escape adverse conditions. Furthermore, Cross Dressing exists as a cultural or ritualistic procedure.

In our day and age and in our society, a woman in men's clothing is generally accepted. A man in women's clothing will have more difficulties. In traditional societies – e.g. in Albania even to this day – a woman can lead a man's life in men's clothing if she adheres to a fixed set of rules including chastity. Pepa Hristova has been portraying these “Sworn Virgins”.

Since the 1960ies, Cross Dressing gained sociopolitical importance through the LGBT movement. Drag-Kings and Drag-Queens disrupted gender clichés and social norms the queer movement felt discriminated by. Today – in the times of Conchita Wurst – dealing with gender roles is often practised on a public stage and as a form self-presentation: online, in social networks and on television. However, gender based role reversal has a long tradition, as documented on early 20th century postcards showing male impersonators and female impersonators.

This exhibition includes photos by Annette Frick (*1957, Berlin) "Fuck Gender", Pepa Hristova (*1977 | Bulgaria) “Sworn Virgins”, Klaus G. Kohn (*1957 | Braunschweig) "Mittendrin", Hana Pesut (*1983 | Canada) "Switcheroo", Reiner Riedler (*1968, Vienna) "Conchita Wurst"; Iris Segundo (* 1986 | Madrid) "KING _ a short film", Ingo Taubhorn (*1957 | Dortmund) "Die Kleider meiner Mutter" (“My mother's clothing”) and Jon Uriarte (*1982 | Spain) "The Men Under the Influence ..." as well as some photographs from the beginning of the 20th century.

Opening: Sunday, 20 March 2016, 11am until 1pm
Project management: Wiebke Ratzeburg

Monday, 4 April 2016, 7pm
Sworn Virgins
Photographer Pepa Hristova will talk about her project and give a historical introduction of Albanian women who lead the lives of men. 4 €

Guided tours with project manager Wiebke Ratzeburg
Monday, 04.04.2016, 6:00 pm
Monday, 18.04.2016, 5:30 pm
3,50 €, children 1,50 €, further children of the family 50 cent each.
Combi-Ticket guided tour + talk at April 4: 6 €
Guided tours for groups on work days: 55 € / on Sundays and public holidays: 65 €, school classes: 30 €
Please inquire for tours by calling 0731 161 7700.+


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