23. September bis 19. November 2006

Erblätterte Identitäten: Mode-Kunst-Zeitschrift

in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt a. M.

Die Zeitschrift als der zentrale Schauplatz der Inszenierung und Verbreitung von Mode(n) stand im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Zeitschriften seit dem frühen 20. Jahrhundert und aktuelle Fotografie- und Videoarbeiten zeigten die vielfältigen Verflechtungen zwischen Kunst, Mode, Fotografie und Rollenbildern.

Mit unterschiedlichen Lektüretechniken wurden Zeitschriftenbilder konsumiert, Körperbilder und Posen weckten Begehren und Fantasien bei den Leser/innen – Aspekte, die von den Künstler/innen aufgegriffen werden. Einige Künstler/innen widmeten sich sogar mit eigenen Zeitschriften dem Phänomen Mode und Modeinszenierungen, andere stellten sie als Objekte ins Zentrum ihrer Arbeit.

Die Ausstellung zeigte aber auch die Verbindung zwischen Mode und Avantgardekunst in den Zeitschriften selbst: Klassische Modehefte wie „Harper’s Bazaar“ oder „Vogue“ betonten ihre Nähe zur Avantgarde in unterschiedlichster Weise: Einerseits wurden professionelle Modells in Ateliers, Galerien und Museen fotografiert, andererseits posierten Künstler/innen für Designerlabels. In den letzten Jahren erschienen auch zunehmend Hybride zwischen Kunst- und Modezeitschriften, wie zum Beispiel das Magazin „Sleek“.

Gezeigt wurden Arbeiten u.a. von Tina Bara, Victor Burgin, Stef Burghard, Hans-Peter Feldmann, Stephanie Guse, Maria Hahnenkamp, Susanne Huth, Izima Kaoru, Regina Möller, Gert Rappenecker, Martha Rosler, Gabi Trinkaus und Iké Udé.

Zur Ausstellung ist im Jonas Verlag ein Katalog erschienen.

Projektleitung: Dr. Katharina Menzel-Ahr, Susanne Holschbach, Antje Krause-Wahl

Pressestimmen

Die Ausstellung „Erblätterte Identitäten“, ein sehenswerter Streifzug durch die Geschichte der Modefotografie und des Modebusiness, zeigt Verknüpfungen mit Kunst als Kult- und Konsumobjekt und hinterfragt die Rolle der Modemagazine für die Akzeptanz der eigenen Identität.
Sigrid Balke, TOP Magazin Ulm/Neu-Ulm, Herbst 2006

Die sehenswerte Ausstellung „Erblätterte Identitäten“ im Ulmer Stadthaus zeigt, wie Modemagazine als Spiegel des Zeitgeists funktionieren und entlarvt nebenbei die größten Künstler des 20. Jahrhunderts als Zeitschriften-Grafiker.
Christian Oita, Neu-Ulmer Zeitung vom 23. September 2006

Die zahlreichen Fotos, Fotoserien, Videos, Bilder und Collagen zeugen von einer überaus fantasievollen, teilweise sehr kritischen und enorm kreativen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Mode.
Monika Höna, Südwest Presse Ulm vom 25. September 2006

Identifikation und Distinktion durch Lesen und Schauen: Die Ausstellung „Erblätterte Identitäten: Mode – Kunst – Zeitschrift“ in Ulm handelt vom Wunsch der Kunst und der Mode, jeweils das andere zu sein – und von ihrem Wunsch, es nicht zu sein.
Brigitte Werneburg, Die Tageszeitung vom 10. Januar 2007


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