Dienstag, 31. März 2009, 20.00 Uhr

Das ungewöhnliche Leben der Simone Weil

Frauenakademie und Stadthaus Ulm

Mit Rosa Luxemburg, Edith Stein und Hannah Arendt gilt sie als eine der vier großen jüdischen Philosophinnen des 20. Jahrhunderts: Simone Weil. Kaum eine Frauengestalt des vergangenen Jahrhunderts ist widersprüchlicher.
Im Februar 2009 jährte sich Simone Weils Geburtstag zum 100. Mal.

Die hochbegabte, dem Katholizismus zugeneigte Anarchistin aus großbürgerlichem Pariser Hause, die wie eine Märtyrerin in extremer Askese lebte, passt in keine Schublade und taugt überhaupt nicht zur typischen "Vorbildfrau". Sie war nicht einmal Geliebte eines berühmten Mannes, sie war das Gegenteil von glamourös. Unerbittlich kämpfte sie für die Bergarbeiter, ging selbst in die Fabrik und versuchte sich im Spanischen Bürgerkrieg. Zeit ihres Lebens litt Weil an unerträglichen Kopfschmerzen und starb 34-jährig an Magersucht.
Stadthaus und Frauenakademie Ulm widmen Simone Weil eine Veranstaltung. Dazu eingeladen ist die Schriftstellerin Ria Endres, deren vor über zwanzig Jahren entstandener Essay Unglück einer Extremistin immer noch zum Aktuellsten und Spannendsten gehört, was es über Simone Weil zu lesen gibt.
Aus Anlass der Veranstaltung wird Endres' kluges Psychogramm der Simone Weil in der edition stadthaus wiederaufgelegt (erhältlich ab 31. März im Stadthaus bzw. über www.stadthaus.ulm.de, 3,50 Euro)